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Tiergestützte Pädagogik
„Der beste Platz überhaupt“
Text: Ulrike Kaliss, Fachkraft für tiergestützte Intervention
Fotos: Petra Schäkel
Es sind die einfachen Interaktionen, die zwischen Kindern und Tieren ablaufen, aber gerade in ihrer Einfachheit bieten sie Gewähr für die Entwicklung kindlicher Kompetenzen, die in einer hoch entwickelten, auf kognitive Effizienz und Kontrolle ausgerichteten Gesellschaft zu wenig beachtet werden.
E. Olbrich.
Unzählige dieser Momente haben sich in diesem Jahr wieder zwischen Kindern und Tieren abgespielt. Sei es, wenn tiefe Ruhe und Zufriedenheit eintraten, wenn ein Kind rücklings auf dem warmen, weichen Eselrücken von Pauline lag, in den Himmel schaute, die Wolken ziehen sah und voller Überzeugung äußern konnte: „Der beste Platz überhaupt.“ Oder eine Gruppe Erstklässler sehr einfühlsam bemüht war, dem neuen kleinen Esel Toni zu erklären, wie schön es bei uns ist, dass kein Grund zur Aufregung besteht und dass bestimmt alles gut wird.
Die Freude war auch nicht zu übersehen, wenn der Hund Ira den wuscheligen Kopf zur Klassenzimmer-Tür hineinstreckte, um ein Kind abzuholen und so ein Strahlen auf das Gesicht zauberte: „Ich darf mit.“ (Auch wenn das Zusammensein mit dem Hund nachher Rechenübungen oder Konzentrationsförderung bedeuteten). Tiefe Ruhe und Ausgeglichenheit war auch zu spüren, wenn eine kleine Gruppe Kinder warm eingekuschelt in der Schafherde von 14 Schafen „versank“, die Wärme und Wohligkeit aufsaugte und ganz vertieft und verträumt sowohl Lämmer als auch große Schafe unermüdlich kraulte.
Auch in diesem Schuljahr ist auf der Schulfarm und vor allem im Rahmen der tiergestützten Pädagogik viel geblieben und gefestigt worden, viel Neues ist aber auch hinzugekommen. Die tiergestützte Pädagogik hat sich weiterentwickelt; sie hat an Umfang deutlich zugenommen und konnte somit ihre Bedeutung im pädagogischen Alltag der Schule deutlich vertiefen und etablieren. Viele Schülerinnen und Schüler der Klassen 1–4 konnten so an den verschiedenen Angeboten teilhaben, auf unterschiedlichste Weise den Tieren begegnen und mit ihnen arbeiten.
Die Einzelförderung fand in einem Umfang von 12 Stunden in der Woche statt, zweimal wöchentlich konnten Kinder aus der Kate an einem offenen Angebot teilnehmen und auch die Tier-AG war weiterhin sehr gut besucht Die Esel, Schafe und der Hund waren so in diesem Jahr wieder sehr wesentliche Entwicklungsbegleiter, Weggefährten und Unterstützer in verschiedensten Situationen für die Kinder.
Und das Allererfreulichste ist: Die tiergestützte Pädagogik wird auch in Zukunft ihren festen Platz an unserer Schule haben. Durch einen langen, umfangreichen und breit aufgestellten Prozess konnte in diesem Schuljahr die Entscheidung getroffen werden, dieses wertvolle Angebot dauerhaft und unabhängig von Stiftungsgeldern im Alltag der Schule zu verankern.
Wie überall, wo Lebendiges ist, geht Leben erfreulicherweise meist auch weiter. Im Frühjahr sind die beiden Lämmer Fleur und Sel mit ihren Müttern Fussel und Suse bei uns eingezogen. Schnell hatten sie sich in die kleine Herde eingelebt und erfreuten in ihrer stets fröhlichen, aufgeweckten und zugewandten Art alle Anwesenden in einer Weise, wie nur Tierkinder es schaffen.
Auch die Esel bekamen im Frühjahr Zuwachs. Hier war es die kleine Eseldame Toni, die bei uns ein neues Zuhause finden konnte. Sie kam zu uns, da ihre langjährige Eselgesellschaft verstorben war und sie nun alleine übriggeblieben wäre. Ganz schnell wurde sie sowohl von den anderen Eseln als auch von den Kindern aufgenommen und ins Herz geschlossen. Nun sind es fünf Esel, die unsere Schülerinnen und Schüler Tag für Tag erfreuen und begleiten.
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